Oster-Traditionen an der Vehsenmühle Eier bei den Anglern

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  • Beitrag veröffentlicht:3. April 2018
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Gräfenhainichen – Ostersonnabend ist fix im Kalender der Gräfenhainicher Angler. Dann öffnen sie Tür und Tor ihres Vereinsgeländes an der Vehsenmühle und laden gemeinsam mit der Stadt und der Feuerwehr zur großen Ostereiersuche ein.

Allerhand Wetter erlebt

„Das ist unser Jahresaufgalopp. Damit starten wir in die Saison“, sagt Angelvereinsvorsitzender Michael Dietrich. Wind und Wetter nehmen die Petrijünger zur Kenntnis. „Ändern können wir daran ohnehin nichts“. Tatsächlich haben die Angler allerhand erlebt in den letzten Jahren. „Wir hatten Regen und Sonnenschein. Einmal musste alles sogar ausfallen, da lag hier noch richtig Schnee“, blickt Uwe Jesse zurück.

Das Angelurgestein steht zu Gewohnheiten. Er sorgt für Ordnung im Revier. Weist den Fahrzeugen ihren Stellplatz zu. Ostereiersuchen ist ein Magnet, der zieht. Mit Kind und Kegel rücken die Gräfenhainicher an der Vehsenmühle an. „Wir sind zufrieden“, meint Michael Dietrich schon kurz vor dem offiziellen Startschuss. „Alles ist vorbereitet. Die Party kann beginnen.“

Zwar ist die Eiersuche das Highlight des Tages. Die Angler lassen es aber nicht dabei. Sie locken mit Kaffee und Kuchen, heizen den Räucherofen an. Für Wärme sorgt das große Osterfeuer. Nahrung dafür gibt es reichlich. „Beim Arbeitseinsatz haben wir viel zusammengetragen“, erzählt Michael Dietrich.

Er freut sich, dass auch das Vereinsheim eine zentrale Rolle bei der Feier spielt. Die Angler gestalten es komplett um, wollen es über kurz oder lang zum ganzjährig nutzbaren Domizil machen. Noch ist viel zu tun. Die Küche bestand jedoch bereits die Bewährungsprobe. Bürgermeister Enrico Schilling (CDU) und Gräfenhainichens Ortsbürgermeisterin Christel Lück (Linke) sind durchaus alte Hasen in Sachen Osterspektakel.

„Die Hauptrolle spielen wir allerdings nicht“, weiß Schilling. Beide Politiker geben den Startschuss für die Suche. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Mehr als 200 gekochte Eier, 100 Überraschungseier und jede Menge Süßigkeiten: Das ist die Zahl, mit der Stadt-Mitarbeiterin Alena Bebber aufwarten kann. Sie führt seit Jahren Regie beim Eiersuchen und baut bei der Vorbereitung auf die Gräfenhainicher Jugendwehr.

„Die Mädchen und Jungen sind voll bei der Sache. Sie fragen schon Wochen vorher, ob sie mit dabei sein können.“ Die Floriansjünger sind ein eingespieltes Team und zweifellos erfahren. „Wir waren schon öfter dabei, haben auch heute alles auf der Wiese versteckt“, erzählen Christ Fuß, Lucas Reimann und Ben Neuhaus. Die Jungen wissen, worauf es ankommt. Suchen soll sein.

„Aber die Kleinen müssen auch was finden.“ Sollte das nicht passieren, weil andere Kinder vielleicht schneller waren, ist das kein Problem. „Wir haben noch was in der Reserve. Das legen wir dann nach.“

Suche mit System

Niklas und Lynn brauchen die Hilfe nicht. Der Junge stolpert durchs Gras und freut sich über seine Entdeckungen. Das Mädchen ging die Suche mit System an. Die süßen Sachen nur mit der Hand tragen, kam nicht in Frage. Ein Körbchen musste her. Nach wenigen Minuten ist es randvoll. Die Freude will Lynn nicht verbergen. Sie strahlt.

Mitte der Neunziger gab der damalige Gräfenhainicher Bürgermeister Lothar Hensel (CDU) den Anstoß für die große Ostereiersuche. Die von der Stadt zusammen mit Partnern organisierte Veranstaltung nahm schnell Fahrt auf. Gesucht wurde im Wohnpark „Barbara“, am Vorstadtteich, an der Buchholzmühle und im Park der Freundschaft.

Seit ein paar Jahren steht das Areal rund um die Vehsenmühle im Mittelpunkt des Geschehens. Gastgeber der Osterparty ist der Gräfenhainichener Angelverein, der das Familienfest nicht zuletzt als Saisonauftakt versteht. (mz)

 

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung